Bürger ernst nehmen

Frau Bürgermeisterin Cornelia Irmer nutze ihren Neujahrsempfang für ein leidenschaftliches Plädoyer für das Wellness-Projekt „Spaladin“. Man mag zu dem Projekt stehen wie man will. Dass die Bürgermeisterin Bürgerinnen und Bürger, die kritische Fragen stellen, schlicht als „Bedenkenträger“ abqualifiziert, hätte nicht sein müssen – schon gar nicht in einer Neujahrsansprache.

Welche Auswirkungen hat das Projekt auf bestehende Arbeitsplätze im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen? Ist in der Anlage ein Kinderbereich vorgesehen und wenn nein, weshalb nicht? Wird die Anlage barrierefrei gestaltet? Ist das Geretsrieder Hallenbad durch das Projekt in seiner Existenz gefährdet? Fragen wie diese sind wichtig und haben ihre Berechtigung.

Bürgerbeteiligung funktioniert nur, wenn die Bürgerinnen und Bürger ernst genommen werden – und zwar auch dann, wenn sie eine andere Meinung vertreten. CSU, SPD und Freie Wähler mögen „Irmer“ sein, wie es der SPD Ortsvorsitzende ausdrückte. Doch nicht alle Geretsrieder sind „Irmer“. Das ist auch in Ordnung so. Denn: Demokratie lebt von der Vielfalt an Meinungen und hoffentlich von einem bunt zusammen gesetzten Stadtrat, in dem auch die Interessen von Menschen mit geringem Einkommen vertreten werden.

  14. Januar 2008
 
  Kategorie: Leserbriefe