Forschung zu sowjetischen Zwangsarbeitern

Im vergangenen Jahr veröffentlichte ich meine Dokumentation „Befreiung in Buchberg. Die Räumung des Dachauer KZ-Außenlagers Kaufering XI im April 1945“. Darin befasse ich mich auch mit der Verschleppung von sowjetischen Zwangsarbeitern wenige Stunden vor deren Befreiuung aus dem Lager Buchberg, dass sich auf der Böhmwiese gegenüber des heutigen Geretsrieder Rathaus befand.

Wer waren diese Menschen, die als „Russen“ und „Ostarbeiter“ bezeichnet und von den Nazis aus der Ukraine verschleppt und zur Zwangsarbeit in den Sprengstoff- und Munitionsfabriken im heutigen Geretsried gezwungen wurden? Wie war das Leben der überwiegend jungen Frauen und Männer, die als „Untermenschen“ galten, ein Stoffabzeichen „Ost“ tragen mussten und bei Arbeitsverweigerung mit Einweisung in ein Konzentrationslager bedroht wurden? Was geschah mit den 120 Männern, die am 30. April von der SS unter dem Kommando des Auschwitzer Massenmörders SS-Hauptscharführer Otto Moll abgeführt wurden?

Inzwischen habe ich 320 Frauen und 185 Männer identifiziert, die sich am Kriegsende im „Lager Buchberg II Ost“ befanden. Außerdem fand ich einige Postkarten von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern des Lagers Buchberg. Und ich konnte die vier Frauen und den Mann identifizieren, die in jungen Jahren fern ihrer Heimat am 14.01.1943 bei einer schweren Explosion in einem Produktionsgebäude der „Fabrik Wolfratshausen“ ihr Leben verloren:

Polina, 17 Jahre
Stanislawa, 18 Jahre
Maria, 18 Jahre
Wasily, 18 Jahre
Polina, 19 Jahre

#ingedenken #niewiederfaschismus #archiv #recherche

  16. August 2026
 
  Kategorie: Artikel